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Projekte zur kulturellen Bildung

"Die Literarische Umweltprämie - Schöpferisches Abwracken"

Ein Gemeinschaftsprojekt vom Berliner Kunstverein e.V. mit der Klasse 5b der Freiherr-von-Hünefeld Grundschule in Berlin-Steglitz, unter der künstlerischen Leitung von Sabine N. Bielmann.

In der Woche vom 20. 9. bis zum 24. 9. 2010 fand das Projekt "Die Literarische Umweltprämie - Schöpferisches Abwracken" statt. Die Neun- bis Zehnjährigen Schülerinnen und Schüler der Klasse 5b erstellten hierbei in verschiedenen Arbeitsschritten ein völlig neues Buch.

Die Idee zum Projekt hatte Sabine N. Bielmann, Malerin, Aktionskünstlerin und angehende Kunsttherapeutin. Die Analogie zur Abwrackprämie (offiziell: "Umweltprämie") für Kraftfahrzeuge sollte hierbei mit einem alltäglichen Gebrauchsgegenstand aus der Welt der Kinder nachvollzogen werden.

"Jedes der Kinder sollte ein altes, nicht mehr benötigtes Buch zur Verfügung stellen, die Bücher würden geschreddert, die Fetzen eingeweicht und aus der Pulpe von den Neun- bis Zehnjährigen neues Papier geschöpft werden. Dieses Papier sollte für die Herstellung eines neuen Buches benutzt und von den Kindern bedruckt werden. Bei Abgabe des alten Buches erhielten alle Grundschüler, in Analogie zur bekannten Abwrackprämie, einen Gutschein für ein neues Buch ihrer Wahl, welches sie am Ende des Projektes als Belohnung bekommen würden.
Bielmanns Gedanke war es einerseits, die Schüler an einem gestalterischen Prozess teilhaben zu lassen, an dessen Ende sie ein konkretes Produkt, das Buch, in ihren Händen halten. Und weiterhin, dass sie direkt miterlebten, wie etwas Altes (ein nicht mehr benötigtes Buch) sich in einen wertvollen Rohstoff verwandeln kann, aus dem wiederum etwas Neues entsteht."

So sollte sowohl das Umweltbewusstsein der Kinder geschärft, als auch die Bedeutung eines Buches und des Lesens einen neuen Aspekt für die Kinder hinzugewinnen.

"Der Ablauf im Detail: Am 1. Tag fuhren die Schüler zur Buchhandlung Hugendubel in Steglitz, wo ihre alten Bücher geschreddert wurden. Und erhielten ihre "Abwrackprämie", einen (aus den Fördermitteln finanzierten) Gutschein für ein neues Buch.
Am Dienstag (Tag 2) weichten sie die Papierschnipsel im Werkraum der Schule ein - jeweils in kleineren Gruppen, beaufsichtigt und instruiert von Sabine N. Bielmann. Im Klassenzimmer begann zur gleichen Zeit die Arbeit an den Druckvorlagen. Die Kinder sollten sich Motive und Gedichte für ihr Buch ausdenken. Von ihrer Klassenlehrerin und der Kunstpädagogin Ulrike Seidenschnur wurden sie in Linoldruck eingeführt und begannen mit dem Bearbeiten der Druckstöcke. Die eingeweichten Schnipsel hatten sich über Nacht in einen Brei, die Pulpe, verwandelt.
So konnten die Kinder am Mittwoch, dem 3. Tag, das Papier schöpfen. Dies geschah wieder in Kleingruppen im Werkraum. Sabine N. Bielmann hatte die nötigen Arbeitsgeräte besorgt und aufgebaut. Und unterwiesen die Fünftklässler in die Technik. Jedes Kind schöpfte 2 Blätter, die auf Spültüchern ausgebreitet und auf Wäscheständern zum Trocknen aufgehängt wurden.
Am Donnerstag (Tag 4) wurden, wiederum betreut ihrer Klassenlehrerin und Ulrike Seidenschnur, die Linoldruckplatten endgültig fertiggestellt und die von den Schülern erdachten Gedichte am Computer bearbeitet und ausgedruckt.
Am Freitag (Tag 5) waren die geschöpften Blätter getrocknet. Bielmann zeigte den Schülern, wieder in Kleingruppen, wie das Papier vom Spültuch gelöst werden kann. Wichtig war, mit großer Behutsamkeit vorzugehen, weil das Papier sehr schnell einreißen kann. Tatsächlich konnten alle Blätter "unfallfrei" abgelöst werden. Im Klassenzimmer wurden die Seiten dann von den Schülern bedruckt, immer abwechselnd mit einem Linoldruck und einem kleinen Gedicht.
Jetzt, als "Prämie" für ihre ausdauernden Bemühungen, konnten die Neun- bis Zehnjährigen ihre Gutscheine gegen neue Bücher eintauschen. Jedes Kind erhielt noch eine Teilnahmeurkunde und es wurde Zeit für die Erinnerungsphotos. Die bedruckten Seiten wurden schließlich professionell (außerhalb der Schule) zu einem Buch gebunden."


In Kursivschrift: Auszüge aus dem Artikel "Literarische Umweltprämie"  von Gemo Rehm

Ein besonderer Dank ergeht an folgende Beteiligte:

Sabine N. Bielmann (Künstlerische Leitung)
Ulrike Seidenschnur (Pädagogische Leitung)
Bernd Riehm (Photographie)
Michael Homa (Kamera, Schnitt)
JaMbS (Kamera)
Gemo Rehm (Reportage)
Buchhandlung Hugendubel, Schloßstr. 110, 12163 Berlin
Freiherr-von-Hünefeld Grundschule, Lauenburger Str. 114, 12169 Berlin


Gefördert durch das Kulturamt Steglitz-Zehlendorf mit Mitteln aus dem Projektfonds kulturelle Bildung
des Landes Berlin

Freiherr-von-Hünefeld-logo            kulturelle-bildung-logo          hugendubel-logo

Am Schredder | (c) Bernd Riehm 2010
Schöpferisches Abrwracken | (c) Bernd Riehm 2010
Neues Papier entsteht | (c) Bernd Riehm 2010
Hochdruck mit Linolschnitt | (c) Ulrike Seidenschnur 2010
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